Was gibts neues im Linken Zentrum:

Soli-Kundgebung nach G20-Hausdurchsuchungen

5.12.2017 - 21:52:

alt

Mehrere Gruppen und Initiativen hatten nach den Durchsuchungen am heutigen Morgen zu einer spontanen Solidaritätskundgebung am Abend in der Stuttgarter Innenstadt mobilisiert. Über 100 Menschen begegneten den polizeilichen Einschüchterungsversuchen mit Solidarität und kämpferischer Stimmung. Grußworte gab es u.a. vom Kreisvorstand der Linken, der ver.di Jugend Stuttgart und Attac.

Von unserer Seite aus an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die vielen Menschen die so spontan gekommen sind. Danke auch für die unzähligen Solidaritätsbekundungen im Netz und per Mail. Getroffen hat es wenige, gemeint sind wir alle!

Auf de.indymedia wurde ein Bericht mit Bildern veröffentlicht

 


 

5.12.2017 - 08:50:

+++ Hausdurchsuchung im Linken Zentrum und mindestens einer weiteren Wohnung in Stuttgart +++ Anlass ist Polizeiangriff bei G20-Protesten +++ Bundesweit weitere Wohnungen und Zentren durchsucht +++ Solidarität mit allen Betroffenen +++ Fight G20! ++++
 

altMal wieder ungebetener Besuch. Im Zuge der bundesweiten Repressionswelle gegen linke AktivistInnen standen LKA und BFE auch bei uns im Haus – und das mit einer filmreifen Inszenierung. Pünktlich um 6 Uhr morgens stürmten BFE'ler aus einem nicht gekennzeichneten, schwarzen LKW vor dem Haupteingang das Linke Zentrum. Im Gegensatz zu anderslautenden Medienmeldungen wurde nur das Zimmer einer Bewohnerin in einer der beiden Wohngemeinschaften durchsucht. Dabei wurde die Wohnungstür mit einem Rammbock aufgebrochen. Im Zuge der Durchsuchung wurden ein Privat-PC, Handy, eine Flyersammlung und Autoschlüssel beschlagnahmt. In mindestens einer weiteren linken Wohngemeinschaft in Stuttgart fand zeitgleich eine Durchsuchung mit ähnlichem Aufwand statt.

Anlass für das morgendliche Tamtam ist augenscheinlich ein Polizeiangriff im Hamburger Industriegebiet Rondenbarg während der G20-Proteste. Am 7. Juli 2017 griffen dort schwerbewaffnete Polizeieinheiten einen Protestzug gegen den G20 an. Mindestens 14 AktivistInnen wurden z.T. schwer verletzt, mehrere verhaftet. Die Inhaftierung von Fabio, der im Rondenbarg verhaftet wurde und ohne konkrete Vorwürfe knapp 4 Monate in U-Haft saß, ließ den Fall nicht aus der Presse verschwinden. Die Polizeigewalt in Rondenbarg konnte so auch im nach hinein nicht unter den Tisch gekehrt werden. Es ist offensichtlich, dass die Durchsuchungsmaßnahmen heute der Versuch der Hamburger Polizei ist, von den polizeilichen Übergriffen während des G20 und insbesondere der Rondenbarg-Aktion abzulenken. Die Durchsuchungen heute morgen sind daher nichts anderes als eine Flucht nach vorne und der Versuch die wahren Geschehnisse umzudeuten. Schließlich standen Polizei und Staatsanwaltschaft in der Rondenbarg-Sache zumindest öffentlich praktisch mit dem Rücken zur Wand.

Das Linke Zentrum Lilo Herrmann war im Vorfeld der G20-Proteste (und ist seit Bestehen) ein wichtiger Anlaufort für all diejenigen, die eine andere, eine menschenwürdigere Gesellschaft anstreben. Infoveranstaltungen, Bündnistreffen, Zugticketverkauf und Solidaritätskonzerte fanden in unseren Räumlichkeiten statt, viele der Gruppen, Initiativen und Organisationen die das Zentrum nutzen haben nach Hamburg mobilisiert. Dass das den Behörden ein Dorn im Auge ist war uns immer klar, die Aktion heute (auch wenn sie sich in erster Linie „nur“ gegen eine Bewohnerin richtet) bewerten wir daher so, wie sie von den Repressionsbehörden auch gemeint war: Als Angriff auf unser Zentrum und die politische Linke in Stuttgart.

Dennoch: Einschüchtern lassen wir uns davon nicht. Im Gegenteil. Das Problem sind nicht die Menschen die ihren Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung auf die Straße tragen. Das Problem ist und bleibt eine Gesellschaft in der genau diese Missstände grundlegend verankert sind. Polizei und G20 sind ein Teil davon.

Solidarität mit allen Betroffenen!
Fight G20!
United we stand!


Bilder der Hausdurchsuchung:

View the embedded image gallery online at:
http://linkeszentrumstuttgart.org/#sigFreeId8973093894


 



Freitag, 24. November, 19.00 Uhr, Linkes Zentrum Lilo Herrmann

Multimediavortrag mit Bernd Langer
500 Jahre Revolte, Reformation und Bauernkrieg
 

http://revolutionaere-aktion.org/images/veranstaltung%20bernd%20langer.jpg2017 ist das „Lutherjahr“: Weit über Deutschland hinaus werden „500 Jahre Martin Luther“ gefeiert. Auch wenn dabei pflichtbewusst kritische Töne zu Luther nicht fehlen – sein Antisemitismus, seine Hetze gegen die aufständischen Bäuerinnen und Bauern – werden andere religionskritisch-reformatorische und früh-demokratisch revolutionäre Kräfte nicht nur nicht gewürdigt, sie finden erst gar keine Erwähnung. Luther, so scheint es, war eine isolierte Ausnahmeerscheinung. Dabei war er nur Teil eines gesellschaftlichen Umbruchs in der Renaissance. Begleitet von wissenschaftlichen Entdeckungen geriet das alte Weltbild ins Wanken. Es gab verschiedene Bewegungen gegen die etablierte christliche Kirche, wie die Täufer und Thomas Müntzer, dem radikalen Gegenspieler von Luther. Getragen wurden die neuen Gedanken von der feudalistisch unterdrückten Bevölkerung. Es kam zu Aufständen, die sich im großen deutschen Bauernkrieg 1523 bis 1525 zu einer allgemeinen Erhebung steigerten.

 Eine Veranstaltung der Revolutionären Aktion Stuttgart | Quelle

 

 


 

Zweites Vorbereitungstreffen:
Demonstration "Für eine Welt in der niemand fliehen muss"

Dienstag, 21. November, 19.00 Uhr, Linkes Zentrum Lilo Herrmann
 

altAm Dienstag, den 21. November findet ab 19.00 Uhr im Linkes Zentrum Lilo Herrmann das zweite Vernetzungstreffen für die landesweite Demonstration "Für eine Welt in der niemand fliehen muss" statt. Ihr habt Lust euch an der Durchführung und Organisation der Demonstration zu beteiligen, dann schaut gerne vorbei. Mehr Infos