Hausstruktur

Linkes Zentrum Lilo Herrmann
Informationen zu Organisation, Entscheidungsfindung und Beteiligung


Anfang 2009 haben sich einige Aktivistinnen und Aktivisten zu einer Initiative für ein großes Linkes Zentrum in Stuttgart zusammengeschlossen. Die konkrete Arbeit zur Verwirklichung des Projektes fand in einem relativ festen, sich im Lauf der Zeit aber  erweiternden Kreis statt. Mit der konkreten Organisierung des Projektes und der Beteiligung weiterer AktivistInnen und Gruppen, die Räume im Haus anmieten, kurzzeitig nutzen oder das Projekt auf verschiedene Weise unterstützen, werden Entscheidungsfindungen und Verantwortung aber immer weiter demokratisiert und verteilt. Um den Charakter des Projektes nicht von personellen Fluktuationen, persönlichen Befindlichkeiten oder ähnlichem abhängig zu machen und um die konkrete Organisierung unbürokratisch und pragmatisch gestalten zu können, wird es aber grundsätzlich eine klare Strukturierung des Hausprojektes geben. Im folgenden Text sind Details dazu nachzulesen. Das inhaltliche Konzept des Zentrums ist in einem separaten Text zu finden.



I. HAUSSTRUKTUR

Hausgruppe
Die Hausgruppe ist ein Zusammenschluss von AktivistInnen, um politisch und praktisch zum Bereich linke Freiräume zu arbeiten. Ein Ziel wurde mit der Verwirklichung des Zentrums erreicht, seitdem geht es darum es zu erhalten und auszubauen. Dementsprechend arbeitet sie auf Grundlage eines Selbstverständnisses, es lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:
Die Hausgruppe des Linken Zentrums Lilo Herrmann setzt sich für die Schaffung und Erhaltung einer  Infrastruktur ein, die strömungsübergreifend allen zur Verfügung steht, die sich für eine Perspektive jenseits des Kapitalismus und eine solidarische Gesellschaftsordnung organisieren, Teil sozialer Kämpfe sind oder sich gegen rassistische und patriarchale Diskriminierung einsetzen. Die so geschaffenen Räume werden nicht nach kommerziellen Interessen organisiert, sondern solidarisch und partizipativ gestaltet. Politische oder sonstige Differenzen sind an anderen Stellen auszutragen, der Umgang innerhalb des Projektes ist konstruktiv und respektvoll zu gestalten.
Die Hausgruppe übernimmt vor allem praktische und organisatorische Aufgaben um diese Ziele umzusetzen, führt jedoch bei Bedarf auch politische Debatten und Kampagnen im Themenbereich linke und selbstverwaltete Freiräume durch. Alle, die ihr Selbstverständnis mittragen und praktisch mitarbeiten, können sich ihr anschließen.

Zum Verantwortungsbereich der Hausgruppe innerhalb des Projektes gehören:

  • Anfragen zur Anmietung von Räumen (Entscheidungen dazu werden in Absprache mit den jeweiligen Etagen getroffen)
  • Organisatorisches zum Gesamtprojekt (Veröffentlichungen, Einberufung von Haustreffen, diverse technische Angelegenheiten etc.)
  • Entscheidungen zu Problemen, die nicht von den einzelnen Etagen gelöst werden können, den Erhalt des Hausprojektes gefährden oder sein Selbstverständnis in Frage stellen
  • Information aller am Hausprojekt Beteiligten zu allgemeinen Entwicklungen des Projektes, auftretenden Problemen etc.

Die Hausgruppe ist an ihr Selbstverständnis gebunden und schützt so den Erhalt und Charakter des Projektes auch gegen eventuelle dem entgegenlaufende Tendenzen bei einzelnen Teilen. Sie mischt sich ansonsten möglichst wenig in den alltäglichen Ablauf innerhalb des Projektes ein und macht ihre konkreten Entscheidungen immer auch von den Positionen der anderen am Hausprojekt Beteiligten abhängig.

Haustreffen
An den Haustreffen nehmen die MieterInnen oder Delegierte der einzelnen Etagen, sowie Delegierte der Hausgruppe teil. Die Treffen finden ca. halbjährlich, sowie bei Bedarf statt. Es gibt dort einen Informationsaustausch zu Entwicklungen innerhalb des Projektes und es werden Belange des Gesamtprojektes diskutiert und dazu Entscheidungen getroffen. Auch externe UnterstützerInnen des Projektes oder Interessierte können teilnehmen und Anträge, Anregungen, Kritik und Ideen einbringen.
Ein Konsens wird angestrebt, sollte er nicht möglich sein, wird nach einer 2/3 Mehrheit entschieden. Jede Mieteinheit (WG, Büro, Café, Kulturbereich) hat eine Stimme, die Hausgruppe genau so viele Stimmen wie die Mieteinheiten zusammen.


Etagen
Die einzelnen Etagen regeln ihre alltäglichen Angelegenheiten (kleine Reparaturen, Putzplan, Lärmpegel, gemeinsame Anschaffungen etc.) möglichst weitgehend selbst. Sie werden außerdem in die Entscheidungsfindung zur Anmietung von Räumen einbezogen. Sollten Probleme nicht innerhalb der Etage gelöst werden können, wird die Hausgruppe informiert, die dann entscheidet, bzw. gegebenenfalls ein Haustreffen einberufen.


II. EINTEILUNG DER ETAGEN
Anfragen zur Anmietung von Räumen in den Etagen werden von der Hausgruppe entgegengenommen. Für eine kurzzeitige Nutzung (z.B. des Veranstaltungssaals) sind die jeweils verantwortlichen Teile des Projektes direkt, oder über die Hausgruppe anzufragen.

 

UG

Räume der Kneipe, Abstellräume, Proberaum u.a.

EG            

Café (Kneipenkollektiv), Veranstaltungssaal (Kulturkooperative), Infoladen

1. OG

Büros und Arbeitszimmer verschiedener Gruppen, sowie ein Gemeinschaftsraum

2. OG

3er WG (später evtl. ebenfalls Büros und Arbeitszimmer)

3. OG

4er WG


 
 

 


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